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Archive für Juli 2009
“Türkisches Roulette” im Fall Mor Gabriel - CSI bleibt dran
21.7.2009 by mb.
von Marianne Brückl
Wie geht es weiter im “Türkischen Roulette” um das Kloster Mor Gabriel? Die letzten Entscheidungen in den Verhandlungen sind am Mittwoch, den 24.06.2009 vor dem türkischen Gerichtshof in Midyat gefallen. Das Kloster unterlag im Prozess um den “Wald” gegen das türkische Forstamt ebenso wie im Strafverfahren gegen die Klostermauer – und hat damit zwei wesentliche Verfahren verloren. Hoffte man so auf ein langsam schwindendes Interesse durch die Weltöffentlichkeit? Christian Solidarity International als überkonfessionelle Menschenrechtsorganisation hält dieses Thema aktuell im internationalen Fokus und bleibt dran.
Stille um das Kloster nach den verlorenen Prozessen?
Die Medien und Leser sind gesättigt, das 397 erbaute Kloster nicht mehr im Blickpunkt. So jedenfalls scheint es. Sommerpause und das Gedenken an die syrisch-orthodoxen Christen, die nicht wissen, wie es weitergeht, am Abflauen. Wie nötig es aber ist im Bestreben um den Erhalt des Klosters auch in Zeiten vor den Bundestagswahlen dieses Geschehen nicht aus den Augen zu lassen, zeigt die eingekehrte Stille. Gerade jetzt muss an die Menschen appelliert werden, auch dann nicht nachzulassen in ihren Bemühungen, zur Rettung dieses unwiederbringlichen Relikts des Christentums einzutreten. Selbst wenn nur mehr wenig über die Situation im Tur Abdin verlautbart wird, dürfen die Christen dort nicht allein gelassen werden.
Was kurz nach den EU-Wahlen passierte
Es ist Mittwoch, der 17. Juni 2009, die Spannung groß, wie der Gerichtsprozess vor dem Gerichtshof in Midyat wohl enden mag. Der Optimismus hinsichtlich des gewonnenen Prozesses haftet immer noch in den Köpfen der Menschen, die sich angesichts des “Zuckerbrotes”, das sie vor den EU-Wahlen vorgesetzt bekamen, verwöhnen ließen. Und siehe da, der Prozess endet wie bereits viele anderen vorher in einer neuen Vertagung. Nächster Verhandlungstag: der 24. Juni 2009.
An diesem neuen Prozesstermin trifft die Kugel. Nun gibt man sich von türkischer Seite nicht mehr zufrieden mit einem Denkzettel in Form einer Vertagung. Nein, ganz im Gegenteil zeigt man jetzt den “Ungläubigen” mit aller Härte, wie weit die Macht des türkischen Staates reicht, haben doch die EU-Wahlen deutlich gezeigt: Der Beitritt der Türkei ist nicht erwünscht.
Die zwei wichtigsten und entscheidendsten der drei Verhandlungen werden also nicht zu Gunsten des Klosters entschieden, und die kurdischen Dorfvorsteher legen just an diesem Tag Widerspruch gegen das Urteil vom 22. Mai ein. Ein abgekartetes Spiel also?
Die Gerichtsentscheidung
Betrachtet man die Entscheidungen des türkischen Gerichtshofes in Midyat, so hat sich bewahrheitet, was manch einer dachte und dafür verlacht wurde: dass es sich hier um eine gut durchdachte Taktik handelt, die letztlich auch die kurdischen Dorfvorsteher wieder in die Position erhebt, sich doch noch am Grundbesitz des Klosters zu bereichern. Die Beruhigungspille vom 22. Mai hat gewirkt, um jetzt mit voller Kraft alle Hoffnungen zu zerstören. Eine nicht zu überbietende Häme der Türkei?
Das grausame Katz-und-Maus-Spiel ist noch immer nicht vorbei, denn nun melden sich die Vorsteher der drei kurdischen Dörfer Yayvantepe, Eglence und Candarli ebenfalls wieder zu Wort. Sie gehen gegen das im Mai in der Stadt Midyat gefällte Urteil an. Aber auch das Kloster hat Berufung gegen die Gerichtsentscheidungen vom 24. Juni eingelegt. Am 30. September 2009, also nach den Bundestagswahlen in Deutschland, soll nun erneut eine Entscheidung fallen - diesmal am Gerichtshof von Ankara. Es bleibt zu wünschen, dass das Engagement so mancher Parteien um die Rettung von Mor Gabriel auch nach den Wahlen gleichermaßen vorhanden ist und abschließend eine positive Entscheidung zu Gunsten des Klosters getroffen wird.
CSI bleibt dran – und hilft
Hoffte man, durch die Langwierigkeit der Prozesse und die Entscheidungen das Interesse am Kloster einzuschläfern, geht diese Rechnung nicht auf. Ganz im Gegenteil hält CSI durch regelmäßige Veranstaltungen, so auch wieder am 10. September 2009 in Uelzen in Niedersachsen, die Thematik um die systematischen Enteignungen der wenigen, noch im Tur Abdin verbliebenen Klöster allgegenwärtig aufrecht – und sagt den Brüdern und Schwestern von Mor Gabriel: Gebt nicht auf, Gott ist mit Euch. Ihr seid nicht allein.
CSI-Deutschland wendet sich deshalb an die Glaubensgemeinschaften aller Konfessionen sowie auch Nichtchristen in den politischen Parteien, sich weiterhin solidarisch den syrisch-orthodoxen Christen im Tur Abdin gegenüber zu zeigen und ruft deshalb zu einer groß angelegten Unterschriften- und Spendenaktion auf.
Zur Unterstützung der Arbeit von CSI-Deutschland wird um eine Spende auf folgendes Konto gebeten:
CSI-Deutschland gemeinnützige GmbH
Bank für Sozialwirtschaft München
Kto.-Nr.: 8839505
BLZ: 700 205 00
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Die Lage der Christen in Nah- und Mittelost wird immer brisanter
6.7.2009 by mb.
Bericht über eine Podiumsdiskussion vom 17.06.2009 in Stuttgart.
“Die Zukunft der Religionsfreiheit in Europa”
Teilnehmer:
Ingrid Seigis, Geschäftsführerin CSI-Deutschland Gem. GmbH
Marianne Brückl, Menschenrechtsjournalistin
Raif Toma, Menschenrechtsaktivist
Die Lage der Christen in Nah- und Mittelost wird immer brisanter - Ist Europa noch in der Lage, Christentum und Religionsfreiheit vor dem Untergang zu retten?Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe der CSI-Deutschland fand am 17. Juni 2009 im Haus der Wirtschaft in Stuttgart eine Podiumsdiskussion zum Thema “Die Zukunft der Religionsfreiheit in Europa” mit Fachvorträgen statt. Sowohl der assyrische Aktivist für Menschenrechte Raif Toma aus Wiesbaden als auch die Uelzener Reporterin für Menschenrechte Marianne Brückl referierten über die Situation der Christen im Libanon, in Syrien und der Türkei. Die CSI-Geschäftsführerin Ingrid Seigis, die diese Veranstaltung moderierte, rundete mit Kurzberichten über die Arbeit von CSI im Irak und im Sudan die Palette der Menschenrechtsverletzungen in den Nah- und Mittelost-Ländern ab.
Gerichtsverfahren um Mor Gabriel – die unendliche Geschichte
Das Thema um die systematische Enteignung des syrisch-orthodoxen Klosters Mor Gabriel, mit dem Marianne Brückl den ersten Part einleitete, stand gerade am 17. Juni im Fokus. An just diesem Tag war im Gerichtshof von Midyat in der Südosttürkei wieder einmal in einem Prozess gegen das Kloster verhandelt worden. Gegenstand der Verhandlung: Der angebliche Wald vor der Klostermauer. Das Ergebnis dazu wurde leider erst einen Tag später bekannt gegeben. Wie nicht anders zu erwarten, wieder einmal vertagt.
” Wer die Berichte in den Medien verfolgt hat, wird festgestellt haben, in welcher Verfahrenskürze neue Verhandlungstermine festgesetzt wurden. Meistens dauerten die Verhandlungen nicht länger als 10 bis 15 Minuten. Und wenn man beachtet, wie oft diese Terminsverschiebungen stattgefunden haben, gerät man ins Grübeln, ob sich nicht auch dies als eine Art der Vernichtungstaktik darstellt, um das Kloster auch finanziell zu schwächen und es in die Knie zu zwingen, mit dem Hintergrund, die Christen freiwillig zum Verzicht auf ihre Rechte oder gar zum Verlassen des Klosters zu bewegen?” so Brückl. Sie ging damit auf die zahllosen Vertagungen seit Beginn der Streitigkeiten im letzten Jahr ein und verdeutlichte dies anhand einer Aufzählung der immer wieder neu anberaumten Termine.
“(…) Es ist im Grunde ein einfaches und gut durchdachtes Schema, das ohne viel Aufwand zum selben Ergebnis geführt hätte, wäre die Urteilsfindung bereits vor den Wahlen geschehen. Aber warum hat man die Verfahren in diese endlose Länge gezogen und sich das Strafverfahren gegen Kyriakos Ergün, den Stiftungsvorsitzenden von Mor Gabriel, für zuletzt aufgespart? Weil dieses das alles Entscheidende ist. Wenn man also die Menschen noch einmal beruhigt, kurz nach den EU-Wahlen, wird dies ein positives Licht auf die Türkei werfen und die tatsächliche Situation verschleiern, dies wird sich dann auch positiv auswirken auf viele Beobachter. Aber, bedeutet das nicht noch einmal Zuckerbrot, bevor die Peitsche kommt? Oder ist es tatsächlich ein Schritt, den Christen zu zeigen, wir wollen Euch hier? Es bleibt abzuwarten ob die Türkei diesen Kurs der positiven Haltung im letzten Verfahren beibehält. Ansonsten fällt mit einem der letzten und ältesten Klöster der Erde die christliche Kultur in diesem Lande und es werden nach und nach die Absichten des Türkeibegründers Kemal Atatürk realisiert: “Die Türkei den Türken!” zitierte die Journalistin aus ihrem zuletzt veröffentlichten Bericht “Zuckerbrot und Peitsche für Mor Gabriel?”.
Zwischen Militär und kurdischer PKK
Wie brisant die Lage der Christen in der Türkei tatsächlich ist, schilderte die Reporterin durch ihre eigenen Beobachtungen im Februar 2009, die sie im Verlauf ihres Aufenthaltes im Tur Abdin machen konnte. Straßensperren, Panzer und bewaffnetes Militär, nichts Ungewöhnliches im Hinblick auf die Anwesenheit der kurdischen PKK in diesen Gebieten.
Brückl berichtete dabei von einem der wenigen noch bewirtschafteten Klöster, das nahe der syrischen Grenze, abgeschieden hinter der Straßensperre liegt und ständig der Gefahr von PKK-Übergriffen ausgesetzt ist. Dass das Militär sich nicht unweit vom Kloster aufhält, bietet für die Bewohner zwar einen gewissen Schutz, doch wissen sie, dass nicht sie der Grund für die Militärpräsenz sind.
“Es ist und bleibt nach wie vor eine unumstößliche Tatsache, dass die Christen, nicht nur in der Türkei, sondern in sämtlichen Nah-Ost-Ländern, einer unabwendbaren Vertreibung und Zwangsislamisierung unterliegen, einer Art der schleichenden “Entchristianisierung im Zeichen Allahs”, wenn nicht bald eine Kehrtwende in der Haltung gegenüber der christlichen Bevölkerung eintritt, die sich in Achtung und Respekt gegenüber den Christen äußert, wie die türkischen Muslime sie in Deutschland erwarten und fordern. Sie werden nicht als Menschen zweiter Klasse betrachtet, sondern genießen die Grundrechte in vollem Umfang und werden sogar noch unterstützt im Bau ihrer Moscheen. Nur das und nichts anderes wollen auch die Christen in ihren Heimatländern wie der Türkei - ihr Recht auf Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Diese Forderungen dürften jedem im Sinne der allgemeingültigen Gerechtigkeit und Menschenrechte ein Begriff sein.” führte Marianne Bückl aus.
Doch wie weit die Realität davon entfernt ist, belegen die Zahlen der Übergriffe auf Christen und deren Einrichtungen. So nennt die Journalistin nur einige der Ereignisse, die sich innerhalb der letzten zwei Jahre zugetragen haben, wie auch der grausame Folter-Mord an den drei Mitarbeitern des Bibel-Verlages Zirve im April 2007 in Malatya.
Rückkehrer zwischen Hoffen und Bangen
Und trotzdem wagen einige mutige Menschen den Weg zurück in ihre ursprüngliche Heimat. Ganz aktuell berichten zwar Christen aus dem Tur Abdin, so z.B. ein Bewohner des Rückkehrerdorfes Kafro vor neun Tagen wörtlich in einer an Brückl gerichteten Mail: “Also nach dem Gerichtsverfahren, das vor kurzem stattgefunden hat, ist uns Aramäern/Christen ein großer Stein vom Herzen gefallen, wir freuen uns natürlich extrem und sind froh darüber, dass EINES von 3 GERICHTSVERFAHREN positiv ausgefallen ist.
Jedoch wird sehr oft und viel in den Medien gemeldet, dass wir den Streit um das Kloster schon gewonnen haben, die Leute freuen sich neben dem auch leider zu früh, denn es stehen noch 2 weitere Verfahren in diesem Monat bevor, die über alles entscheiden werden, die aber auch wichtiger sind, als das andere Verfahren. Also es kann sich alles noch umändern auf das Negative, was ICH/WIR nicht hoffen…
Momentan ist es aber sehr ruhig geworden um das Kloster, erst gegen Mitte des Monats werden die Karten neu gemischt, wenn die 2 anderen Verfahren bevor stehen..
Das Kloster trägt aber immer noch sein alten Namen, es besuchen täglich Dutzende Touristen das Kloster. “DANK” den Verfahren ist unser Kloster “berühmter” geworden.”" zitiert Brückl den 16-jährigen Sohn einer Rückkehrerfamilie.
“Es ist nun eine große Verantwortung, die Recep Erdogan trägt, um den Beweis dafür zu erbringen, dass seine Politik tatsächlich auf neue Impulse ausgerichtet ist, die Türkei in Bezug auf die Gleichberechtigung und Freiheit der Christen darauf hinzuführen, wie es den Moslems in den EU-Staaten ebenfalls gewährt wird. Hierzu zählen vor allem Akzeptanz und Toleranz der diversen Religionen, den Bau von Kirchen im Land zu unterstützen, die aramäische Sprache lehren und sprechen zu lassen, sie zu fördern, wie in Deutschland auch uneingeschränkt Türkisch gesprochen, gelehrt und verbreitet werden darf, und die Menschen als Wesen eines Ursprungs zu betrachten. Denn es gibt keine Menschen zweiter Klasse!” so Brückl weiter. “Der erste Schritt, diese Bereitschaft zu zeigen, wäre eine positive Entscheidung für das Kloster Mor Gabriel nun auch in den letzten Verfahren, und die Gleichsetzung aller Christen in der Türkei in jeder Hinsicht. Nur dann könnte Erdogan seine Glaubwürdigkeit allen EU-Staaten gegenüber demonstrieren.” führte sie weiter aus.
Brückl sieht darin den einzigen Weg, eine Basis zu schaffen, auch dem Extremismus so mancher gegengerichteten Organisationen entgegen zu wirken und vielleicht einmal den Frieden für alle Religionsgemeinschaften im Land herzustellen.
Bildung für alle im Land
Mit einem Zitat des anatolischen Bischofs Luigi Padovese aus dessen Bericht von 2006 zielte die Reporterin auch auf die Bildungschancen für Christen in der Türkei ab.
“Was in der Türkei fehlt ist eine christliche intellektuelle Elite, die in der Lage ist, in die akademische und politische Welt einzudringen.” zitierte die Menschenrechtlerin Bischof Luigi Padovese aus seinem Bericht von 2006. “D.h. es muss letztlich erreicht werden, dass auch Bildung der Christen bis in die letzten Winkel des Landes ermöglicht wird. Und dazu ist es eine nicht zu umgehende Tatsache, und das muss für die Türkei endlich ein Anstoß sein, dass hierzu auch die religiöse Bildung verschiedener Glaubensrichtungen und Sprachen im Land nicht nur toleriert, sondern gleichwertig wie in anderen Ländern Europas gefördert und gestärkt wird.” so Brückl.
Abschließend gab sie noch ein für die Türkei erstaunliches Ereignis wider: “Gestern spät abends erhielt ich noch einen Bericht der Assyrian International News Agency AINA, dass zum ersten Mal in der Türkischen Geschichte ein Film aus assyrischer Produktion beim Türkischen Film-Festival “Sinemardin” ausgestrahlt werden wird: “Assyriska – Ein Nationales Team ohne Nation” von Nuri Kino und Eric Sandberg. Dieser Film basiert auf der wahren Geschichte einer Fußballmannschaft von Immigranten in einer kleinen Stadt, Södertälje, ein Assyrischer Verein, dem es gelungen ist, in die Schwedische Erste Nationalliga aufzusteigen. Ist dies vielleicht doch ein Schritt der Türkei in die richtige Richtung?”
Die Gefahren des islamischen Fundamentalismus in Syrien und im Libanon
Der assyrische Aktivist für Menschenrechte Raif Toma, stellte die Gefahren des islamistischen Fundamentalismus in Syrien und im Libanon in den Mittelpunkt seines Vortrages.
“Islamistische Tendenzen machen sich fast im ganzen Land stärker bemerkbar, als noch in den Achtziger Jahren des letzen Jahrhunderts, als das Baath-Regime die Muslimbrüder in großer Zahl in die Gefängnisse warf.
In der Verfassung wird den Bürgern grundsätzlich Glaubensfreiheit zusichert. Die Ausübung aller Kulthandlungen wird garantiert, soweit sie nicht die öffentliche Ordnung stören.
Die Verfassung garantiert ferner eine Reihe von international anerkannten Menschenrechten, sowie die Pflicht des Staates, die Freiheit, Würde und Sicherheit des Einzelnen zu schützen.” so Toma. “In Syrien und im Libanon liegen die Gefahren für die Christen in den ideologischen Hintergründen fundamentalistischer Geistesbewegungen. So steht der Nichtaraber und Nichtmoslem an sich als der Urfeind oder auch ein Vertreter des Westens und des Zionismus. Sie sehen in ihrem Kampf nicht nur die Notwendigkeit der Vertreibung oder Zwangsarabisierung, der Zwangsislamisierung der Anderen, sondern auch die Bekämpfung des Westens als Feind. Vor allem wollen sie Systeme “säkularer” Staaten im Nahosten bekämpfen bzw. ihre Entstehung verhindern.”
Der Menschenrechtsaktivist stellte hierbei eine Analyse der syrischen Opposition an und erläutert die starke, fast dominierende Position der islamischen Fundamentalisten (Muslimbruderschaft), die auch in der Basis vertreten ist. Er sieht eine große Gefahr darin, dass versucht wird, ein islamisches System in Richtung “Islamische Republik Syrien” zu erzwingen. Als Beispiele nennt Raif Toma Äußerungen der Muslimbruderschaft, die von der Schari’a als Quelle der Gesetzgebung sprechen oder, dass der syrische Präsident auch bei einem Wechsel weiterhin nur Muslim sein darf, was die Richtung klar erkennen lässt.
Islamisierung durch neue Gesetze in Syrien
“Ein aktueller Schritt in Richtung Islamisierung des Landes ist der Entwurf des Gesetzes zur Regelung von standesamtlichen Angelegenheiten.” führte Toma aus. Er bezog sich dabei auf die syrische Verfassung und erläuterte einige Artikel daraus: “Die syrische Verfassung sieht in dem Artikel 25, § 3 vor, dass alle syrischen Bürger vor dem Gesetz gleich sind in ihren Rechten und Pflichten. In dem Artikel 35 wird die Glaubensfreiheit garantiert. Der Entwurf brachte einen Rückschritt im Vergleich zu dem seit 1952 geltenden Gesetz und ist mit der syrischen Verfassung nicht konform. So wird nun in dem Artikel 38 des neuen Gesetzes der Christ als Dhimmii (Schutzbefohlener) bezeichnet, was die Christen zurück in frühislamische, osmanische und mittelalterliche Zeiten bringt.
Was die Frau angeht, so wird darin unterschieden zwischen der muslimischen und der nichtmuslimischen Frau in der Ehe und Scheidung, dass die Christin eine Trennungszeit von einem Jahr braucht, doch die Muslima nur 4 Monate und 10 Tage. Zum ersten Mal in der Weltgeschichte, wird einem christlichen Mann erlaubt, eine zweite Frau zu heiraten.” Weiter erläuterte er den Gesetzesentwurf im Hinblick auf die indirekte Ablehnung der Konversion vom Islam zum Christentum, und was im Gegensatz dazu deutlich erlaubt wird. Das Recht des muslimischen Ehepartners auf die Erziehungsberechtigung spielt dabei ebenfalls eine große Rolle. Die Heirat des vom Islam Abgefallen kann laut diesem Entwurf auch ein Grund zur Auflösung des nicht gültigen Ehevertrages sein oder Heirat des Muslims mit Angehörigen von Nicht-Buchreligionen.
Die aktuelle Gefahrensituation für die christliche Bevölkerung
Dass die Christen in einer denkbar schlechten Situation sind, sowohl in Syrien als auch im Libanon untermauerte Toma durch folgende Aussagen: ” Christen werden nicht nur nicht geschützt, sondern Übergriffe an Christen werden nicht oder zögernd geahndet.
Bestätigt wird dies auch durch die Krawalle, die in Folge der Proteste gegen die Karikaturen des Islampropheten Mohamed stattgefunden haben.
Nach den Krawallen kurdisch-islamischer Organisationen im März 2003 ereignete sich ein Vertrauensbruch gegenüber dem Regime und seinen Sicherheitsapparaten. Die Infrastruktur einiger assyrischer Städte im Nordosten Syriens wurde zerstört.
Durch die Krawalle letztes Jahr in der mesopotamischen Stadt Derik wurden nicht nur erneut das Hab und Gut der Christen und Ihre Heiligtümer zerstört, sondern sie verursachten in der christlichen Gemeinschaft im Nordosten Syriens Angst vor der Zukunft, weil sie von dem Regime keine Schutz erhielten. Ferner wurde auch bewiesen, dass der Polizeichef der Stadt mitbeteiligt gewesen war. Viele der aufgrund dessen sich verteidigenden jungen Männer, wurden willkürlich inhaftiert. Sie wurden von den örtlichen Sicherheitsbeamten grausam gefoltert. Gegen die korrupten Folterer sowie den verantwortlichen Polizeipräsidenten der Stadt wurden jedoch die juristischen Verhandlungen eingestellt. Auch die kurdisch-muslimischen Angreifer wurden entweder nicht verhaftet oder schnell entlassen.”
Der Menschenrechts-Aktivist zweifelt selbst an der Regierung, was den Schutz und den Erhalt der Christen als eigenständige nationale Gruppe in Syrien betrifft. “Doch ich stelle mir auch die Frage, ob die örtlichen Sicherheitsbeamten noch die Interessen des syrischen Staates kennen und dementsprechend handeln? Denn vieles in Ihrem Handel deutet auf einen politisches Selbstmord hin, was zu irakischen Verhältnissen führen kann.” so Toma.
“Das Regime lässt sich krampfhaft auf das undankbare Spiel mit dem Iran ein und nun umso mehr auf extremistische und gar terroristische Kräfte wie die Hisbollah, Hamas und die Volksfront für die Befreiung Palästinas. Es gewährt ihnen nicht nur Unterschlupf, sondern sie werden strategisch unterstützt. Dies im Rahmen der Verteidigung der arabistischen bzw. islamischen Hegemonie in Syrien und in der Region, doch die Hisbollah und Hamas wollen aus den Ländern des Nahostens, islamistische Staaten nach dem Bilde Irans gründen.” gab er zu bedenken.
Die Christenverfolgung im Libanon
Ähnlich wie in Syrien stellt sich die Lage der Christen auch im Libanon dar.
Toma definierte die heutigen Konflikte des Libanon und die Christenverfolgung anhand der historischen Begebenheiten und Hintergründe.
“So hat sich 1860 die systematische Verfolgung der Christen im Gebiet des heutigen Libanon derart zugespitzt, dass es zu schweren Massakern an Christen kam. Dies war ein Grund für die Intervention europäischer Kräfte, die in Folge dessen ein autonomes politisches System im Libanon durchsetzten, das von 1861 bis 1914 existierte. Die Christen, unter ihnen vor allem die Angehörige der Syrisch-Maronitischen Kirche von Antiochien, erhielten, dank ihrer Öffnung zum christlichen Westen, einen deutlichen Auftrieb im Verhältnis zu den Muslimen.” so der Aktivist. Er hob hervor, dass das Ziel der Mitverursachung und der Einmischung der PLO unmittelbar in den Bürgerkrieg im Libanon die Überwindung der nichtarabisch christlichen Hegemonie im Libanon war, was den libanesischen Staat vor große Probleme stellte. So gelang es zum Beispiel der libanesischen Administration nicht, die Kontrolle über die palästinensischen Flüchtlingslager zu erlangen, die zu politischen und militärischen Zentren der palästinensischen Organisationen und der Gewalt wurden. Bis heute, sagte er, habe das Leid und die Vertreibung der Ostchristen kein Ende gefunden, dass sogar jetzt noch viele Christen aus dem Libanon auswandern.
Wie eng das Zusammenspiel zwischen Syrien und dem Libanon ist, verdeutlichte er durch die Verschleppung und Inhaftierungen von Libanesen durch die Geheimdienste der damaligen syrischen Besatzungsmacht. Die Betroffenen hatten sich gegen ihre Politik im Libanon gestellt oder gehörten dem christlichen Widerstand an. Per präsidialem Erlass hat Syrien im Jahre 1998 dann schließlich 121 Inhaftierte freigelassen. Es sind jedoch, wie er ausführte, über 600 namentlich bekannte Libanesen registriert, die noch immer, zum größten Teil ohne Gerichtsverhandlung, in syrischen Haftanstalten verschwunden sind. Das syrische Regime weigert sich von politischen Gefangenen und Entführten zu sprechen, nennt allerdings nur weniger als Hundert Inhaftierte, die angeblich Straftaten begangen hätten.
Weiter führte Toma aus, dass insbesondere panarabistische und islamistische Kräfte, sowie die muslimischen politischen Kräfte im Allgemeinen von dem dadurch entstandenen Vakuum profitierten. Er wies auch darauf hin, dass die islamitisch-fundamentalistische Hisbollah mit Hilfe Syriens und des Irans ihre militärische Macht ausbauen konnte.
“Nach dem Abzug der israelischen Armee aus dem Südlibanon, bildete die Hisbollah einen Staat im Staat, und verfolgte frühere Angehörige der Südlibanesischen Armee, die vorher das Gebiet kontrollierte und zur Mehrheit aus Christen bestand. Sie ging gezielt gegen Christen und politischen Gegner vor, entführte viele und zwang diese zur Auswanderung…,” so Toma.
Die heutige Stellung der Christen im Libanon
In seinem Vortrag ging Raif Toma auch auf die Folgen des Krieges zwischen Israel und der Hisbollah im Jahre 2006 ein. Nicht nur die Infrastruktur des Landes wurde dadurch zerstört, was zu breiter Armut und Auswanderung führte, sondern ging auch mit einer Ausweitung der
Tragödie des Libanon einher. Somit konnte die Hisbollah ihre schiitische Basis noch stärker mobilisieren und fanatisieren. Er hebt hervor, dass Schiitische Flüchtlinge aus dem Süden von Christen in deren historischen Gebieten aufgenommen worden sind.
Der Aktivist zeigte auch den Konflikt in der Frage der Bewaffnung der Hisbollah-Miliz auf, der in erheblichem Maße auch die regionale Konfrontation zwischen den USA, Israel und Saudi-Arabien mit der Achse Syrien-Iran reflektiert.
“Die katholische Kirche hat im Jahre 2007 im Rahmen der “Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit” eine informative “Arbeitshilfe” veröffentlicht. Es geht also keineswegs um “Christentümelei”. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass die Zukunft der Christen mit der Zukunft des Nahen und Mittleren Ostens insgesamt verbunden ist. Dass dies auch unsere Zukunft berührt, wird in der Migrationsdebatte immer wieder deutlich.” so Toma weiter. Anhand von konkreten Zahlen zeigte er die Abwanderungsquote der Christen auf. So sind In den vergangenen zwei Jahren rund 300.000 Kirchenmitglieder ausgewandert. Heute zählen alle Kirchen im Lande zusammen nur noch etwa 1,3 Millionen Mitglieder, also etwa 30 Prozent der vier Millionen Libanesen. während es vor fünf Jahren noch rund 40 Prozent waren. Als Ursache für die anhaltende Auswanderung sieht Toma neben den wirtschaftlichen, sozialen und politischen Gründen auch die Angst vor radikalen Islamisten und Unruhen.
Nach wie vor finden chaldo-assyrische Christen im Libanon Asyl, doch ist ihr Status noch nicht geregelt. Die Ostchristlichen Institutionen können zwar in Freiheit arbeiten, aber sich aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht entfalten.
Extremistische Gruppierungen als “Retter in der Not”
In welcher Art und Weise extremistische Gruppierungen wie die Muslimbrüderschaft, Hisbollah und andere islamistische und arabistische Organisationen diese Situation der wirtschaftlichen Stagnation, politischen Instabilität und sozialen Ungerechtigkeit in Syrien und Libanon ausnutzen, sieht Raif Toma in deren Angeboten wie wirtschaftlicher Unterstützung sowie Präsentation von gesunden Strukturen an Bevölkerung und Regierungen, wodurch islamistische Ziele, Gesetze und Lebensweise leichter durchgesetzt werden können.
Der Islam-Experte wies in seinen Schlussworten noch einmal die Gefahren und die Absichten der Islamisten hin, die auf die Wiederherstellung eines Gottesstaates hinzielen, der auf der ganzen Erde verbreitet werden müsse.
“Nach islamistischem Verständnis ist nur Gott selbst souverän. Die Freiheit nach westlichen Maßstäben sei eine exzessive Freiheit, welche die Natur des Menschen ruiniere.” so Toma weiter. Er weist dabei auf die Literatur der Baath-Partei geht hin, dass diese sogar die Verschmelzung aller Völker in dem arabischen Sprachraum, in einer arabischen Nation erzielen will. “Cherifa Magdi geht sogar soweit: „In einem geographischen Raum, wo viele Minderheiten seit Jahrhunderten nebeneinander existieren, ist dieser Chauvinismus quasi gleichbedeutend mit deren Todesurteil“. Und meint das Todesurteil der Minderheiten - wie die Assyrer.” führt Toma weiter aus.
Zum Schluss seiner Ausführungen betont er, dass gerade in dieser Phase Dialog und die Bildung einer umfassenden Demokratiebewegung in Syrien eine wichtige Aufgabe aller ethnischen, religiösen und politischen Kräfte des Landes seien und dass eine Veränderung des politischen Systems und die Demokratisierung und Reformierung der Institutionen des Landes und seiner Gesetze gewaltfrei und auf friedlicher Ebene durchgesetzt werden sollen. Er gibt zu bedenken, dass sonst die friedlichen Christen und Assyrer wie im Irak die größten Verlierer bei einer militärischen Lösung sein würden.
Die Anwendbarkeit von Gleichnissen aus der Bibel
Nach den beiden Vorträgen resümierte die Moderatorin Ingrid Seigis vom CSI diese noch einmal aus ihrer Sichtweise. Bezüglich der Grundstücksgrenzen des Klosters zeigte sie die Anwendbarkeit der Bibel auf die heutige Situation. So zitierte sie beispielsweise das Gleichnis um die Verwüstung des Weinbergs, nachdem die Zäune niedergerissen waren und verglich dies mit der Situation der Klostermauer um Mor Gabriel und die potentielle Gefährdung, sollte die Türkei gegen das Kloster entscheiden. Denn auch hier würde der Abriss der Klostermauer die Vernichtung der mühsam gepflegten Klostergärten bedeuten und den Menschen die Grundlage für ihr Überleben nehmen.
Scheinprozesse in jeder Form durch türkische Gerichte
Seigis berichtete weiter über den Prozess der beiden vom Islam zum Christentum konvertierten Männer Turan Topal und Hakan Tastan in der Türkei. Sie waren 2006 verhaftet worden und unter Anklage gestellt. Anklagepunkte: Sie hätten gegen Strafrechtsartikel 135 verstoßen und Personalien muslimischer Kinder und Jugendlicher gesammelt, um sie später zu missionieren. Da diese Anklagen sich aber nicht halten ließen, lautete der neue Tatvorwurf gemäß der Strafrechtsartikel 301 und 216 auf Verunglimpfung des Staates, was mit bis zu 9 Jahren Gefängnis bestraft werden kann. Turan Topal und Hakan Tastan sollen angeblich die Türkei als “unzivilisiert” und den Islam als “zurückgeblieben und erfunden” bezeichnet haben.
Selbst Richter und Generalstaatsanwalt haben ihre Ämter niedergelegt, weil sie nicht in der Lage sind, den Christen irgendein Fehlverhalten nachzuweisen. Doch wird auch weiterhin alles getan, um die Zermürbungstaktik fortzuführen, indem man immer neue Zeugen benennt, die die Anklagen durch ihre Aussagen untermauern sollen. Sogar von Geldtransfers und Waffensammlungen ist die Rede. Und zudem unterstützen auch die armeefreundliche “Hurriyet” sowie die streng islamische “Zaman” die Bestrebungen, die Christen zu einem Schuldanerkenntnis zu bewegen. Auch eine landesweite und wöchentlich wiederholte Fernsehserie “Tal der Wölfe” propagiert die Hetze gegen die Christen mit Beschuldigungen, sie seinen Kreuzzügler und Missionare und in Prostitution und Organhandel verwickelt.
Nach den neuesten Informationen dauert die Anklage von Hakan Tastan und Turan Topal nun schon über zwei Jahre, also bis heute, wegen Beleidigung des Türkentums an. Das Gerichtsverfahren läuft dahingehend weiter. Aber auch eine erhebliche Geldforderung als Buße für eine weitere Anklage, nämlich der angeblichen “Sammlung von Kirchenopfern”, wurde den Christen von einem Zivilgericht in Istanbul abverlangt. Um hier durch die Verurteilung zur Zahlung und die daraufhin geleistete Buße “wegen illegaler Sammlung von Kirchenopfern” keinen Präzedenzfall zu schaffen, beabsichtigt der Rechtsanwalt von Tastan und Topal, bis vor den Europäischen Gerichtshof zu ziehen.
Die Arbeit von CSI im Irak und im Sudan
Dann berichtete die Geschäftsführerin des CSI sehr anschaulich von den Hilfen im Irak und im Sudan. Gerade durch Reisen (”fact finding tours”) in den Irak soll den Menschen zu ihren Rechten verholfen werden. Das Ziel ist, den Christen vor Ort Überlebensmöglichkeiten zu bieten und deren Not zu lindern. “Mit materiellen Hilfen schlägt CSI eine Brücke zwischen den Spendern im Westen und auch die Lebensmittelpakete drücken aus: Wir im Westen haben Euch nicht vergessen.” so Seigis. Sie berichtete auch über die erfolgreichen Hilfen für versklavte Menschen im Sudan, wie sie durch die Spendengelder freigekauft werden konnten und auf diese Weise viel Leid zum Besseren gekehrt werden konnte.
Dass aber noch sehr viel getan werden muss, um die Menschenrechtsverletzungen in diesen Ländern zu bekämpfen, steht für Ingrid Seigis außer Frage. Sie sprach auch ihren Dank aus an alle Spender, die mithelfen, diese Not der verfolgten Christen zu lindern.
Gedankenaustausch in einem offenen Gespräch
Zum Abschluss fand schließlich noch ein offenes Gespräch statt, in dem die Redner den Gästen Rede und Antwort auf ihre Fragen gaben. Wie sich die Religionsfreiheit in Europa letztlich gestalten wird, hängt von den Faktoren ab wie auch der Durchsetzung der Gleichbehandlung der Christen in allen muslimischen Ländern, aber auch sehr von politischen Entscheidungen hinsichtlich der Einführung islamischer Gesetze zur besseren Integration der muslimischen Migranten. Dass es nicht förderlich ist, Gesetze wie beispielsweise die Shari’a in den europäischen Kulturkreis einzubringen und ohne eine entsprechend gleichgestellte Möglichkeit für Christen in ihren Heimatländern ohne Einschränkungen Kirchen bauen und Priester ausbilden zu können, sollte jedem Europäer klar sein. Wenn die Muslime in Europa fordern und erhalten, darf es nicht sein, dass in deren Heimat den Christen diese Rechte vorenthalten werden.
Von Marianne Brückl
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